Wie alles begann?

Es war der 27. Juni 2002. Kommandant Reinhold Strauß und ich kamen gerade von der Feuerwehrschule in Klagenfurt nach Hause – wir hatten das Seminar für Jugendbetreuer absolviert. Nun hatte die Feuerwehr Kellerberg also zwei Jugendbetreuer, aber keine Feuerwehrjugend. Alle in Frage kommenden Mädchen und Burschen aus unserem Pflichtbereich wurden eingeladen, am 28. Juni 2002 zum Feuerwehrhaus zu kommen. Wir hatten also den Kurs absolviert, ohne überhaupt zu wissen, ob ein Interesse nach einer Feuerwehrjugend in Kellerberg besteht. Wir erinnerten uns noch sehr gut an die Worte des Landesfeuerwehrkommandanten, der uns erklärte, dass mindestens 7 Burschen oder Mädchen bereit sein müssten, mitzumachen, ansonsten wäre eine ordnungsgemäße Anmeldung beim Landesfeuerwehrverband nicht möglich. Wir sinnierten also vor uns hin, ob wir diese Hürde wohl schaffen würden?

Wahrscheinlich waren wir noch aufgeregter, ob wir die Mindestanzahl schaffen werden können oder ob unsere Vorstellung einer Feuerwehrjugend für Kellerberg schon von vornherein gescheitert waren.

Am nächsten Tag, dem 28.06.2002, waren wir eine halbe Stunde vor dem vereinbarten Termin im Rüsthaus. Sichtlich erleichtert waren wir um 17:50 als wir die magische Zahl von sieben Burschen überschritten hatten. Unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen: um 18 Uhr saßen wir gemeinsam mit sage und schreibe 17 (!) Burschen und Mädchen sowie einigen Elternteilen in unserem Schulungsraum und erklärten das Projekt „Feuerwehrjugend“. Die Begeisterung war derart groß, dass wir sofort damit begannen, Uniformen zu probieren, die Größen festzustellen und somit die erforderliche Mannschaftsausrüstung zu organisieren. Freilich waren dies Kosten, mit denen unsere Gemeinde nicht gerechnet hat. Doch wir freuen uns, dass wir derart großzügige Betriebe in der Gemeinde haben, die für die Jugendarbeit etwas übrig haben und uns tatkräftig unterstützen.

Bestens ausgerüstet gingen wir nun ans Werk. Schließlich brannte es ja jedem unserer „Jugendmännern“ unter den Fingernägeln, doch endlich mit dem mehr oder weniger bekannten Wesen „Feuerwehr“ konfrontiert zu werden. Bei einem intern veranstalteten Maskottchen-Entwurfs-Wettbewerb hat sich die Gruppe letztendlich für die Zeichnung von Phillip Walder entschieden. Alles unsere Schriftstücke, Informationen und ab 2004 auch T-Shirts ziert dieser kleine Grisu.

Hervorragende Übungsbeteiligung

Etwas habe ich mir von Anfang an vorgenommen – und das funktioniert auch: jedes Utensil, jede Gerätschaft wird beim richtigen Namen genannt. Es gibt bei uns keinen „Schlauch“, keine „Pumpe“ und auch kein „Feuerwehrauto“. Nein, es gibt bei uns C-Schläuche, D-Schläuche, eine Tragkraftspritze und ein LF. Dies ist eine reine Gewöhnungssache. Und wie sich herausstellte, war unsere Feuerwehrjugend schon bald besser in der Verwendung der Fachausdrücke wie so manche alte Hasen, die sich schon mit silbernen Dienstalterstreifen schmücken dürfen.

Die angesetzten Übungen sind stets sehr gut besucht und wir können eine Übungsbeteiligung von durchschnittlich 77% aufweisen, was eine Beteiligung von rund 14 Personen pro Übung ausmacht. Aufgrund der Tatsache, dass ich keine Lenkerberechtigung für unser LF habe, ist es nun sehr schwer – vor allem in den Sommermonaten – für Abwechslung bei den Übungsorten zu sorgen. Trotzdem haben wir die Zeit seit der Gründung der Kellerberger Feuerwehrjugend sehr sinnvoll genutzt und den Mädchen und Burschen einiges im Umgang mit den Gerätschaften der Feuerwehr näher gebracht.

Für die Übungen im Winter haben wir uns selbst verständlich auch schon einiges einfallen lassen. Neben Schulungsfilmen auf Video gibt es auch Erste-Hilfe-Kurse, die Kommandant Strauß höchstpersönlich abhält, ist er doch im Zivilberuf im Krankenhaus Villach beschäftigt. Ein weiterer Punkt, der Wissen vermittelt und nicht nur für die Jugend interessant ist, ist das von mir nach gebaute und an die Millionenshow angelehnte Spiel, bei dem es zur jeweiligen Frage auch vier mögliche Antworten gibt. Selbstverständlich gibt es auch hier drei Joker (Telefonjoker, 50:50 Joker und der Publikumsjoker). Das Spiel erweist sich immer wieder als abend- oder vormittags füllende Attraktion.

Jugendwettkämpfe – ab 2004 sind wir dabei

Das Angebot unseres Landesjugendbeauftragten, Gottfried Klade, haben wir selbstverständlich gerne angenommen und sind zur Feuerwehrschule nach Klagenfurt gefahren, um uns den Ablauf des Jugend-Wettkampfs anzusehen. Von da an stand unser Entschluss fest: ab 2004 sind auch wir dabei. Die Mannschaft war schnell gefunden und aufgestellt, nachdem der eine oder andere ohnehin nicht die Absicht hatte, am Jugendwettkampf teilzunehmen. Doch nun kam die nächste Hiosbotschaft: Angebote für die Anschaffung der erforderlichen Geräte und Hindernisse beliefen sich auf

rund € 5.000,-. Das war uns schlicht und einfach zu teuer. Also setzten wir – unser Kommandant und meine Wenigkeit – wieder alles daran, um bei umliegenden Firmen die Geräte herstellen zu lassen und nach Möglichkeit kosten günstigst zu erwerben bzw. Firmen als Sponsor zu gewinnen. Fast wäre dieses Projekt an den Finanzen gescheitert. Wir möchten natürlich unseren Sponsoren auf diese Weise nochmals unseren herzlichsten Dank auszusprechen!

Integration ist alles – oder: die Alten von den Jungen lernen

Die Feuerwehrjugend wird selbstverständlich in den Jahreskreis der aktiven Mannschaft integriert. Es finden daher in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen gemeinsame Übungen statt. Hier handhabe ich es so, dass jedem aktiven Mitglied ein Feuerwehrjugendmitglied zugeteilt wird. Nach erfolgtem Einsatzbefehl wir die Arbeit von der Jugend erledigt; der zugeteilte Aktive hat jedoch dafür zu sorgen, dass die Handsgriffe sitzen, Fehler korrigieren und notwendigen falls eingegriffen wird. Auch hier haben wir festgestellt, dass so mancher aktive Feuerwehrmann nicht unbedingt weiß, wie einzelne (vor allem neuere) Geräte funktionieren und wo sie im LF untergebracht sind. Selbstverständlich strahlt die ganze Jugend dann übers Gesicht, wenn sie einem „Alten“ etwas Neues beibringen können.

Beruhigenderweise kann ich an dieser Stelle festhalten, dass die Jugend von unserer aktiven Mannschaft herzlichst aufgenommen wurde und es keinerlei Schwierigkeiten zwischen beiden Gruppierungen gibt. Erforderlichenfalls verzichten schon mal die Aktiven auf das Fahrzeug, damit die Jugend zu ihren „Einsätzen“ ausrücken kann.

Bericht von Michael Dermutz